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Ratgeber

Lebenslauf für die Schweiz: was anders ist

Ein Schweizer Lebenslauf ist tabellarisch, höchstens 2 Seiten lang und nennt neben den üblichen Angaben auch Nationalität und Arbeitsbewilligung. Dazu kommen Sprachen mit Niveau und Kopien Ihrer Arbeitszeugnisse, die in der Schweiz zu einer vollständigen Bewerbung gehören.

Wie ein Lebenslauf in der Schweiz aussehen muss

Der Schweizer Lebenslauf ist tabellarisch, sachlich und vollständig. Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO schreibt in seinem Bewerbungsratgeber, dass im Normalfall ein tabellarischer, am Computer erstellter Lebenslauf genügt; ausführliche Lebensläufe in Berichtsform sind nur auf ausdrücklichen Wunsch nötig (SECO (öffnet in einem neuen Tab)).

Auf den ersten Blick sieht er aus wie ein deutscher Lebenslauf. Die Unterschiede liegen im Detail: Nationalität und Arbeitsbewilligung gehören dazu, Sprachen stehen mit genauem Niveau weit oben, und zur vollständigen Bewerbung gehören Kopien Ihrer Arbeitszeugnisse. Wer aus Deutschland, Frankreich oder Italien kommt, sollte genau diese Punkte anpassen.

Kurz zusammengefasst, was Sie an einem Lebenslauf aus dem Ausland ändern sollten:

  • Nationalität und Bewilligung ergänzen, wenn Sie keinen Schweizer Pass haben.
  • Bei jeder Stelle das Pensum angeben, wenn Sie nicht Vollzeit gearbeitet haben.
  • Sprachen mit Niveau statt mit Adjektiven beschreiben.
  • Ausländische Abschlüsse kurz erklären, etwa mit dem Fach, der Dauer und der Art der Schule, damit niemand raten muss.
  • Arbeitszeugnisse sammeln und als Kopien bereithalten.

So sieht der Schweizer Stellenmarkt gerade aus, gezählt in den aktuellen Anzeigen, die CVtly jede Stunde liest:

Was Stellenanzeigen in der Schweiz gerade zeigen

Gezählt in den Anzeigen, die CVtly auf Karriereseiten und Jobbörsen verfolgt, vor allem von Tech-Firmen und Scale-ups: eine Stichprobe, nicht der ganze Stellenmarkt in der Schweiz.

  • 1.064

    verfolgte Stellenanzeigen

  • 165

    Firmen, die einstellen

  • 9 %

    der Anzeigen nennen das Gehalt (96 Anzeigen)

Erfahrungsstufe, wo die Anzeige sie klar nennt (1.003 Anzeigen): 20 % Einstieg, 31 % mit Berufserfahrung, 26 % Senior, 24 % Leitung und höher.

Die am häufigsten verlangten Kenntnisse (in den 400 neuesten vollständig gelesenen Anzeigen)

  • Compliance68 Anzeigen
  • Operations management49 Anzeigen
  • Healthtech43 Anzeigen
  • Process improvement41 Anzeigen
  • AI / machine learning domain38 Anzeigen
  • Dashboards & reporting35 Anzeigen
  • DevOps33 Anzeigen
  • Data analysis32 Anzeigen
  • Recruiting27 Anzeigen
  • Security engineering26 Anzeigen
  • Python26 Anzeigen
  • Machine learning24 Anzeigen

Gezählt in den aktuellen Anzeigen, die wir verfolgen, Stand 2. Oktober.

Achten Sie in den Anzeigen auf die Begriffe, die Schweizer Firmen verwenden, und übernehmen Sie sie, wo sie auf Sie zutreffen. Manches heisst in der Schweiz anders als in Deutschland, etwa „Lehre“ statt „Ausbildung“ oder „Pensum“ statt „Arbeitszeit“, und Abschlüsse tragen eigene Namen.

Persönliche Angaben: Nationalität, Bewilligung, Foto

Oben stehen Name, Adresse, Telefonnummer und E-Mail-Adresse. Der SECO-Ratgeber nennt unter den Personalien auch Geburtsdatum und Zivilstand; den Heimatort kann man aufführen, muss es aber nicht (SECO (öffnet in einem neuen Tab)). In der Praxis lassen viele Bewerbende Zivilstand und Kinder heute weg, wenn sie für die Stelle keine Rolle spielen.

Für Bewerbende ohne Schweizer Pass sind zwei Angaben besonders wichtig: die Nationalität und die Arbeitsbewilligung, die Sie bereits haben, etwa den Ausweis B oder C. Eine Schweizer Firma prüft als Erstes, ob sie Sie anstellen darf. Steht die Antwort im Lebenslauf, muss niemand nachfragen. Welche Regeln für Sie gelten, hängt von Ihrer Staatsangehörigkeit ab; der offizielle Überblick dazu steht auf ch.ch (ch.ch (öffnet in einem neuen Tab)). Dieser Ratgeber ersetzt keine Auskunft der Behörden.

Wohnen Sie im Ausland und möchten Sie in der Schweiz arbeiten, schreiben Sie in den Lebenslauf, ab wann Sie verfügbar sind und ob Sie umziehen oder pendeln werden. Für Grenzgängerinnen und Grenzgänger gelten eigene Regeln.

Ein Foto ist in der Schweiz verbreitet, vor allem in kleineren Firmen und im Kundenkontakt. Wenn Sie eines verwenden, dann ein aktuelles, professionelles Porträt oben rechts. Internationale Firmen, die auf Englisch rekrutieren, erwarten oft keines; halten Sie sich dann an die Gepflogenheiten der Anzeige.

Sprachen und Niveau

In einem mehrsprachigen Land sind Sprachen oft das erste, was eine Personalverantwortliche prüft. Viele Schweizer Anzeigen verlangen neben Deutsch auch Französisch oder Englisch, je nach Region und Branche. Wie oft, zeigen die aktuellen Anzeigen:

Welche Sprachen Schweizer Stellenanzeigen verlangen

Von 1.064 aktuellen Anzeigen in der Schweiz verlangen

  • Deutsch 412 Anzeigen (39 %)
  • Französisch 108 Anzeigen (10 %)
  • Englisch 806 Anzeigen (76 %)

Eine Anzeige kann mehrere Sprachen verlangen.

Gezählt in den aktuellen Anzeigen, die wir verfolgen, Stand 2. Oktober.

Geben Sie jede Sprache mit ihrem Niveau nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen an, von A1 bis C2. Das Selbstbeurteilungsraster von Europass hilft Ihnen, sich für Hören, Lesen, Sprechen und Schreiben einzuordnen (Europass (European Union) (öffnet in einem neuen Tab)). Schreiben Sie zum Beispiel „Deutsch: Muttersprache · Französisch: B2 · Englisch: C1“ und nennen Sie Zertifikate mit Ergebnis.

Für Stellen in der Deutschschweiz genügt in der Regel Hochdeutsch; Schweizerdeutsch verstehen zu können ist im Alltag und im Kundenkontakt ein Vorteil, den Sie erwähnen dürfen, wenn er zutrifft. In der Romandie gilt dasselbe für Französisch, im Tessin für Italienisch.

Stellen Sie die Sprachen weit nach oben, wenn die Anzeige mehr als eine verlangt, und seien Sie bei der Einstufung ehrlich. Rechnen Sie damit, dass ein Teil des Gesprächs in der verlangten Fremdsprache geführt wird.

Arbeitszeugnisse und Referenzen

Arbeitszeugnisse haben in der Schweiz grosses Gewicht. Nach dem SECO-Ratgeber enthält eine vollständige Bewerbung immer Begleitbrief, tabellarischen Lebenslauf und Kopien sämtlicher Arbeitszeugnisse, dazu Kopien der Berufs- oder Studienabschlüsse (SECO (öffnet in einem neuen Tab)). Schicken Sie nur Kopien; Originale behalten Sie.

Ein Arbeitszeugnis beschreibt Ihre Anstellung vollständig: Dauer, Funktion und Tätigkeiten, Beschäftigungsgrad, die Beurteilung Ihrer Leistung und Ihres Verhaltens. Es muss wahr und wohlwollend formuliert sein. Während einer Anstellung können Sie ein Zwischenzeugnis verlangen, etwa wenn Sie eine neue Vorgesetzte oder eine neue Funktion bekommen (ch.ch (öffnet in einem neuen Tab)). Fehlt Ihnen ein Zeugnis einer früheren Stelle, fragen Sie den damaligen Arbeitgeber danach, bevor Sie sich bewerben.

Wenn Sie aus einem Land kommen, in dem es keine Arbeitszeugnisse gibt, ist das kein Nachteil, solange Sie es erklären. Legen Sie stattdessen Arbeitsbestätigungen, Empfehlungsschreiben oder Bescheinigungen über Ihre Anstellung bei, wenn Sie welche haben, und nennen Sie Referenzpersonen, die Ihre Arbeit kennen.

Referenzen gehören dagegen nicht in den Lebenslauf. Der SECO-Ratgeber empfiehlt, sie auf Verlangen nachzureichen oder ins Vorstellungsgespräch mitzubringen (SECO (öffnet in einem neuen Tab)). Fragen Sie Ihre Referenzpersonen vorher, ob sie Auskunft geben möchten, und sagen Sie ihnen, für welche Stelle Sie sich bewerben.

Länge und Reihenfolge

Der Lebenslauf sollte nicht mehr als 2 A4-Seiten umfassen, der Begleitbrief nicht mehr als eine Seite (SECO (öffnet in einem neuen Tab)). Die Angaben sollen sachlich, präzise und vollständig sein. Eine bewährte Reihenfolge:

  1. Personalien mit Nationalität und Bewilligung
  2. Berufserfahrung, die neueste Stelle zuerst, mit Funktion, Firma, Ort, Zeitraum und Pensum
  3. Aus- und Weiterbildung mit Abschluss
  4. Sprachen mit Niveau
  5. Informatik- und Fachkenntnisse

Der Begleitbrief, oft auch Motivationsschreiben genannt, ergänzt den Lebenslauf und wiederholt ihn nicht. Er erklärt in wenigen Absätzen, warum Sie sich für diese Firma interessieren, was Sie mitbringen und was Sie gemeinsam erreichen könnten. Wenn Sie per E-Mail schicken, kann er im Text der E-Mail stehen.

Das Pensum, also der Beschäftigungsgrad in Prozent, ist in der Schweiz üblich und gehört zu jeder Stelle, wenn Sie Teilzeit gearbeitet haben. Lücken benennen Sie kurz, etwa „Weiterbildung“, „Elternzeit“ oder „Auslandaufenthalt“.

Viele Schweizer Firmen nutzen Bewerbermanagementsysteme, die den Text aus Ihrer Datei lesen. Schicken Sie ein PDF ohne Tabellen, Textfelder und Grafiken für Sprachkenntnisse. Benennen Sie die Datei mit Ihrem Namen, zum Beispiel „Lebenslauf-Laura-Meier.pdf“, und fassen Sie Begleitbrief, Lebenslauf und Zeugnisse wenn möglich in wenigen PDF-Dateien zusammen, statt viele einzelne Scans anzuhängen.

Was das System aus Ihrem Lebenslauf liest, zeigt der kostenlose Lebenslauf-Check.

Ein Beispiel-Lebenslauf

So kann ein Schweizer Lebenslauf aufgebaut sein, in der Reihenfolge oben und mit den Angaben, die Schweizer Firmen erwarten. Das Beispiel ist erfunden: Person und Firmen gibt es nicht. Übernehmen Sie den Aufbau und setzen Sie Ihre eigenen Angaben ein.

Anna Keller
Bahnhofstrasse, Zürich · E-Mail-Adresse · Telefonnummer
Nationalität: Deutschland · Bewilligung: Ausweis B · verfügbar ab Monat Jahr

Berufserfahrung
Projektleiterin Marketing, Seeblick Versicherungen, Zürich · Monat Jahr bis heute · Pensum: Vollzeit

  • Leitung der Kampagnen für Privatkunden in der Deutschschweiz und der Romandie, zusammen mit zwei Agenturen.
  • Einführung eines monatlichen Kundennewsletters, der heute ein Viertel der Online-Offerten auslöst.

Marketingmanagerin, Nordwerk Medien, Hamburg · Monat Jahr bis Monat Jahr · Pensum: Teilzeit, vier Tage pro Woche

  • Planung und Auswertung der Werbebudgets für drei Zeitschriften.

Aus- und Weiterbildung
Master of Arts in Medienwirtschaft, Universität Hamburg (Hochschulabschluss, Deutschland) · Jahr

Sprachen
Deutsch: Muttersprache · Französisch: B2 · Englisch: C1

Informatik- und Fachkenntnisse
Salesforce, Adobe Analytics, Excel, Budgetplanung

Beilagen
Arbeitszeugnisse und Diplom als Kopien

Nationalität und Bewilligung stehen gleich unter dem Namen, die Sprachen haben ein Niveau statt eines Adjektivs, und der ausländische Abschluss ist in einer Klammer erklärt. Das Pensum steht bei jeder Stelle, auch wenn es Vollzeit war.

Prüfen Sie, was Bewerbungssoftware aus Ihrem Lebenslauf liest

Kostenlos, ohne Konto. Sie sehen den Text, den ein System aus Ihrer Datei zieht.

Geprüft von Dimitris Rizoglou, owner am 2. Oktober 2026.

Quellen

Nur amtliche Seiten. Die Zahlen in den grünen Kästen stammen aus den Stellenanzeigen, die CVtly jede Stunde liest.

Häufige Fragen

Wie muss ein Lebenslauf in der Schweiz aussehen?
Tabellarisch, sachlich und höchstens 2 A4-Seiten lang, so der Bewerbungsratgeber des SECO. Oben stehen die Personalien, ohne Schweizer Pass mit Nationalität und Arbeitsbewilligung. Danach folgen Berufserfahrung mit Pensum, die neueste Stelle zuerst, Aus- und Weiterbildung, Sprachen mit Niveau und Fachkenntnisse. Kopien der Arbeitszeugnisse gehören zur vollständigen Bewerbung.
Wie schreibt man heute einen aktuellen Lebenslauf?
Tabellarisch und zeitlich absteigend, mit der neuesten Stelle zuerst. Jede Station nennt Zeitraum, Funktion, Firma und Ergebnisse in kurzen Stichpunkten. In der Schweiz kommen das Pensum und die Sprachen mit Niveau dazu. Verzichten Sie auf Tabellen und Grafiken, die Bewerbungssoftware nicht lesen kann, und schicken Sie ein PDF, das aus einem Textdokument erstellt wurde.
Gehören Arbeitszeugnisse in eine Schweizer Bewerbung?
Ja. Kopien sämtlicher Arbeitszeugnisse gehören in der Schweiz zu einer vollständigen Bewerbung, zusammen mit Begleitbrief, Lebenslauf und Kopien der Abschlüsse. Schicken Sie nur Kopien. Ein Arbeitszeugnis muss die Anstellung vollständig, wahr und wohlwollend beschreiben. Fehlt Ihnen eines, fragen Sie den früheren Arbeitgeber danach, bevor Sie sich bewerben.