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Ratgeber

Bewerbung auf Englisch: Lebenslauf und Anschreiben

Schreiben Sie Ihre Bewerbung auf Englisch, wenn die Anzeige auf Englisch ist oder das Team auf Englisch arbeitet. Ein englischer CV ist kein übersetzter Lebenslauf: ohne Foto und Geburtsdatum, mit Ergebnissen statt Aufgaben und mit einem kurzen Anschreiben, dem Cover Letter.

Wann Firmen eine englische Bewerbung erwarten

Die Faustregel ist einfach: Antworten Sie in der Sprache der Anzeige. Ist die Stellenanzeige auf Englisch, schicken Sie Lebenslauf und Anschreiben auf Englisch, auch wenn die Firma in Hamburg oder Stuttgart sitzt. Wer auf eine englische Anzeige mit einer deutschen Bewerbung antwortet, zeigt vor allem, dass er die Anzeige nicht genau gelesen hat.

Schwieriger ist der Fall, in dem die Anzeige auf Deutsch ist, das Team aber auf Englisch arbeitet. Das steht oft in einem Nebensatz: „Unsere Arbeitssprache ist Englisch“, „internationales Team“ oder „sehr gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift“. Dann ist eine deutsche Bewerbung richtig, und Ihr Englischniveau gehört gut sichtbar in den Lebenslauf. Fragt die Anzeige ausdrücklich nach Unterlagen auf Englisch, folgen Sie dieser Bitte.

Wie verbreitet Englisch als Arbeitssprache in Deutschland ist, zeigen die Stellenanzeigen, die wir jede Stunde lesen. Wir zählen eine Stelle nur dann als englischsprachig, wenn die Anzeige die Arbeitssprache klar erkennen lässt.

Wie viele Stellen in Deutschland auf Englisch laufen

  • 10.296

    offene Stellen in Deutschland in unseren Daten

  • 3.685

    davon mit Englisch als Arbeitssprache (37 % der 9.847 Anzeigen, bei denen die Arbeitssprache klar ist)

  • 6.282

    Anzeigen verlangen Englisch, auf welchem Niveau auch immer

Die häufigsten Bereiche der englischsprachigen Stellen

  • Softwareentwicklung876
  • Vertrieb619
  • Operations und Logistik413
  • Marketing256
  • Daten und Analyse250

Gezählt in den aktuellen Anzeigen, die wir verfolgen, Stand 2. Oktober.

Für Ihre Bewerbung heißt das: Bei englischsprachigen Stellen ist der englische Lebenslauf der Normalfall, nicht die Ausnahme. Halten Sie deshalb eine deutsche und eine englische Fassung bereit und pflegen Sie beide, statt kurz vor der Frist zu übersetzen.

CV statt Lebenslauf: die Unterschiede

Ein englischer CV folgt anderen Gewohnheiten als der deutsche tabellarische Lebenslauf. Wer nur übersetzt, schickt ein Dokument, das im englischsprachigen Raum ungewohnt aussieht. Die wichtigsten Unterschiede:

  • Kein Foto. In Großbritannien, Irland und in internationalen Teams ist ein Bewerbungsfoto unüblich. Auch in Deutschland ist es keine Pflicht: Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes empfiehlt Arbeitgebern, in Anzeigen nicht nach Fotos, Alter, Geschlecht oder Geburtsort zu fragen (Antidiskriminierungsstelle des Bundes (öffnet in einem neuen Tab)).
  • Kein Geburtsdatum, kein Familienstand, keine Unterschrift. Name, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Wohnort und gegebenenfalls ein LinkedIn-Profil genügen. Staatsangehörigkeit und Arbeitserlaubnis nennen Sie nur, wenn sie für die Stelle eine Rolle spielen.
  • Ein kurzes Profil oben. zwei bis drei Sätze, die sagen, was Sie können und was Sie suchen. Im deutschen Lebenslauf fehlt dieser Teil oft, im englischen CV ist er üblich.
  • Ergebnisse statt Aufgaben. Unter jeder Station stehen Stichpunkte, die mit einem Verb beginnen und ein Ergebnis nennen: „Cut month-end close from eight to five working days“ sagt mehr als „Responsible for month-end close“.
  • Länge. 2 Seiten sind die Obergrenze, für Berufseinsteiger reicht 1 Seite.

Die Reihenfolge bleibt vertraut: neueste Station zuerst, dann Ausbildung, dann Kenntnisse und Sprachen. Zeugnisse und Zertifikate hängen Sie nicht an; im englischsprachigen Raum werden sie bei Bedarf nachgereicht.

Ob Sie „CV“ oder „Résumé“ schreiben, hängt vom Ziel ab: In Europa sagt man CV, in den USA und Kanada meist Résumé, das dort noch knapper ist und fast immer auf 1 Seite passt.

Das englische Anschreiben (cover letter)

Der Cover Letter ist kürzer und direkter als ein deutsches Anschreiben. Er passt auf eine halbe bis eine Seite und kommt ohne Floskeln wie „hiermit bewerbe ich mich“ aus. Ein bewährter Aufbau hat vier Teile:

  1. Die Stelle und der Grund, warum Sie gerade dieser Firma schreiben, in ein bis zwei Sätzen.
  2. Ihre stärkste Erfahrung für diese Stelle, mit einem Ergebnis.
  3. Eine zweite Erfahrung oder Fähigkeit, die eine Anforderung der Anzeige abdeckt.
  4. Ein Schluss, der ein Gespräch vorschlägt.

Die Anrede lautet „Dear Ms Weber“ oder „Dear Mr Klein“, wenn Sie den Namen kennen, sonst „Dear Hiring Manager“. Die Grußformel ist „Yours sincerely“ nach einer Anrede mit Namen und „Kind regards“ in E-Mails. Im britischen Englisch steht nach „Ms“ und „Mr“ kein Punkt.

Viele Firmen verzichten bei englischsprachigen Stellen ganz auf ein Anschreiben und fragen stattdessen im Bewerbungsformular nach Ihrer Motivation. Dann gilt dasselbe in kurz: drei bis vier Sätze, die zur Anzeige passen.

Speichern Sie CV und Cover Letter als PDF und nennen Sie die Dateien nach sich selbst, etwa „Anna-Schmidt-CV.pdf“ statt „Lebenslauf_final_neu.pdf“. Wer viele Bewerbungen öffnet, findet Ihre Datei so wieder, und Sie wirken sorgfältig, bevor das erste Wort gelesen ist.

Sprachniveau richtig angeben

„Good English“ oder „verhandlungssicher“ sagt einem Recruiter in Dublin oder Amsterdam wenig. Verständlicher ist der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen (GER, englisch CEFR). Er unterscheidet sechs Stufen von A1 bis C2, gruppiert in elementare, selbstständige und kompetente Sprachverwendung. Mit dem Selbstbeurteilungsraster von Europass ordnen Sie sich für Hören, Lesen, Sprechen und Schreiben ein (Europass (European Union) (öffnet in einem neuen Tab)).

Schreiben Sie im CV zum Beispiel „German: native; English: C1 (CEFR); French: B1“. Wenn Sie ein Zertifikat haben, nennen Sie es mit Ergebnis, etwa den Namen der Prüfung und die erreichte Stufe. Ohne Zertifikat ist eine ehrliche Selbsteinschätzung nach dem GER besser als ein vages Adjektiv.

Seien Sie bei der Einstufung vorsichtig. Wer C1 angibt, wird im Gespräch auf Englisch geprüft. Ihr Lebenslauf selbst ist der erste Test: Er sollte fehlerfrei sein, bevor Sie fließendes Englisch behaupten.

Typische Fehler

  • Wörtlich übersetzte Berufsbezeichnungen. „Sachbearbeiterin“ wird nicht zu „Case worker“. Beschreiben Sie, was Sie tun, etwa „Accounts payable specialist“, und nennen Sie die deutsche Bezeichnung höchstens in Klammern.
  • Deutsche Abschlüsse ohne Erklärung. Schreiben Sie „Master of Science (M.Sc.) in Business Informatics“ oder ergänzen Sie zu einer Ausbildung eine kurze Beschreibung, zum Beispiel „vocational training as an industrial clerk (three years, dual system)“.
  • Datum im deutschen Format. Schreiben Sie den Monat als Wort, also „March“ statt der Monatsziffer mit Punkt, und für die aktuelle Stelle „present“. So gibt es keine Verwechslung zwischen Tag und Monat.
  • Persönliche Angaben, die niemand braucht. Religion, Familienstand und Kinder gehören nicht in einen englischen CV. Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz soll Benachteiligungen unter anderem wegen Alter, Geschlecht, Religion oder ethnischer Herkunft verhindern (Bundesministerium der Justiz (öffnet in einem neuen Tab)); Sie müssen solche Angaben also auch in Deutschland nicht machen.
  • Falsche Freunde. „Become“ heißt nicht „bekommen“, ein „chef“ kocht, und das Mobiltelefon heißt „mobile“ (britisch) oder „cell phone“ (amerikanisch), nicht „handy“. Lassen Sie den Text von jemandem gegenlesen, der täglich auf Englisch arbeitet, oder lesen Sie ihn laut vor.
  • Britisch und amerikanisch gemischt. Entscheiden Sie sich für eine Schreibweise, etwa „organise“ und „programme“ für Firmen in Großbritannien und Irland, und bleiben Sie im ganzen Dokument dabei.
  • Tabellen und Grafiken. Viele Firmen lesen Bewerbungen zuerst mit einem Bewerbermanagementsystem (ATS) ein. Mehrspaltige Layouts, Textfelder und Balken für Sprachkenntnisse gehen dabei oft verloren.

Prüfen Sie vor dem Absenden, was ein solches System aus Ihrer Datei liest. Der kostenlose Lebenslauf-Check zeigt Ihnen den Text, den eine Bewerbungssoftware sieht, und die Kenntnisse, nach denen aktuelle Anzeigen fragen.

Prüfen Sie Ihren englischen Lebenslauf

Kostenlos, ohne Konto. Sie sehen, was Bewerbungssoftware aus Ihrer Datei liest.

Geprüft von Dimitris Rizoglou, owner am 2. Oktober 2026.

Quellen

Nur amtliche Seiten. Die Zahlen in den grünen Kästen stammen aus den Stellenanzeigen, die CVtly jede Stunde liest.

Häufige Fragen

Muss ich mich auf Englisch bewerben, wenn die Anzeige auf Englisch ist?
Ja, in aller Regel. Die Sprache der Anzeige ist die Sprache, in der die Firma Ihre Bewerbung lesen möchte, auch wenn sie in Deutschland sitzt. Schicken Sie Lebenslauf und Anschreiben auf Englisch. Nur wenn die Anzeige ausdrücklich deutsche Unterlagen verlangt, folgen Sie dieser Bitte und nennen Ihr Englischniveau gut sichtbar im Lebenslauf.
Gehört ein Foto in den englischen Lebenslauf?
Nein. In Großbritannien, Irland und in internationalen Teams ist ein Bewerbungsfoto unüblich, und auch Geburtsdatum und Familienstand lassen Sie weg. In Deutschland ist das Foto ebenfalls freiwillig. Ein englischer CV beginnt mit Name und Kontaktdaten, einem kurzen Profil und Ihrer Berufserfahrung, die neueste Station zuerst.
Wie gebe ich mein Englischniveau im Lebenslauf an?
Mit einer Stufe des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens, von A1 bis C2, zum Beispiel „English: C1 (CEFR)“. Das Selbstbeurteilungsraster von Europass hilft bei der Einordnung. Haben Sie ein Zertifikat, nennen Sie es mit Ergebnis. Seien Sie ehrlich: Wer C1 angibt, wird im Gespräch auf Englisch geprüft, und der Lebenslauf selbst sollte fehlerfrei sein.